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Gleitschirmfliegen und BU: Mit welchem Zuschlag du rechnen musst

Maximilian D. Arnschink · Aktualisiert am · 6 Minuten Lesezeit

Kurzantwort

Gleitschirmfliegen fragen Versicherer als Sonderrisiko eigens ab. Die Bewertung reicht je nach Anbieter von der Annahme ohne Aufpreis über einen Risikozuschlag bis zum Ausschluss des Flugrisikos — eine öffentliche Tabelle dafür gibt es nicht, und die Unterschiede zwischen den Versicherern sind erheblich. Was für dich gilt, lässt sich vorab nur über eine anonyme Risikovoranfrage feststellen.

Warum dein Hobby eigene Fragen bekommt

Neben den Gesundheitsfragen stellt jeder BU-Antrag Fragen zu Sonderrisiken — und Luftsport steht dort ausdrücklich mit dabei. Der Grund ist schlicht: Das Unfallrisiko beim Gleitschirmfliegen ist statistisch höher als bei Alltagssport, und anders als eine ausgeheilte Krankheit liegt es nicht in der Vergangenheit, sondern begleitet den Vertrag dauerhaft.

Beantworten musst du diese Fragen genauso wahrheitsgemäß wie die Gesundheitsfragen — die Anzeigepflicht nach § 19 VVG gilt für den gesamten Antrag.

Wovon die Einstufung abhängt

Versicherer fragen beim Gleitschirmfliegen typischerweise nach: Lizenz und Ausbildung, Flugstunden oder Starts pro Jahr, Wettkampf- und Streckenflug-Ambitionen, Windenschlepp oder Bergstart, und ob du den Sport beruflich betreibst. Aus diesen Angaben entsteht die Einstufung — deshalb lohnt es sich, sie präzise und vollständig aufzubereiten, statt nur „Gleitschirmfliegen: ja“ anzukreuzen.

Die drei möglichen Ergebnisse

Nach meiner Erfahrung bewegen sich die Bewertungen zwischen drei Punkten: Einzelne Versicherer nehmen Freizeitpiloten mit Lizenz und moderatem Umfang ohne Aufpreis an. Andere verlangen einen laufenden Risikozuschlag auf den Beitrag. Wieder andere bieten die Annahme nur mit einem Ausschluss des Flugrisikos an — dann bist du gegen alles versichert außer gegen Berufsunfähigkeit durch den Flugsport. Welcher Versicherer wo steht, ändert sich und steht in keiner öffentlichen Tabelle; genau deshalb muss der Einzelfall angefragt werden, bevor ein Antrag gestellt wird.

Zuschlag, Ausschluss oder Anbieterwechsel — was ist besser?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten, aber die Abwägung ist immer dieselbe: Ein Zuschlag kostet dauerhaft Beitrag, hält den Schutz aber vollständig. Ein Ausschluss ist beitragfrei, lässt aber genau das Risiko offen, das dich in die Luft begleitet.

Ein Punkt spricht bei Hobbys öfter für den Ausschluss, als man denkt: Der Zuschlag läuft grundsätzlich bis zum Vertragsende — auch dann noch, wenn du das Fliegen längst aufgegeben hast. Zwar gibt § 41 VVG dir das Recht, bei weggefallenen gefahrerhöhenden Umständen eine Herabsetzung des Beitrags zu verlangen; praktisch scheitert das aber oft am Nachweis, dass der Umstand dauerhaft entfallen ist — wie belegt man, endgültig mit einem Hobby aufgehört zu haben? Wer absehbar nicht bis zur Rente fliegt, sollte diese Rechnung mitdenken. Und zwischen den Anbietern liegen oft größere Unterschiede als zwischen Zuschlag und Ausschluss beim selben Anbieter. Diese Abwägung triffst du am besten mit konkreten Zahlen auf dem Tisch — nicht mit Schätzwerten.

Noch ein Detail für später: Wenn dein Vertrag eine Nachversicherungsgarantie hat, prüfe, ob sie nur auf die erneute Gesundheitsprüfung verzichtet oder auch auf die Risikoprüfung von Beruf und Hobbys — im zweiten Fall bleibt dein Flugsport auch bei späteren Erhöhungen außen vor.

So bekommst du konkrete Zahlen statt Schätzungen

Die anonyme Risikovoranfrage stellt deinen Fall — Flugpraxis, Lizenz, Gesundheitsdaten — mehreren Versicherern gleichzeitig vor, ohne deinen Namen. Zurück kommen konkrete Einstufungen: wer normal annimmt, wer welchen Zuschlag verlangt, wer ausschließt. Damit wird aus der Bauchentscheidung ein Vergleich mit echten Konditionen.

Häufige Fragen

Was gilt, wenn ich erst nach dem Abschluss mit dem Gleitschirmfliegen anfange?

Bei den meisten BU-Verträgen sind nach Vertragsschluss neu aufgenommene Hobbys mitversichert, ohne dass du sie nachmelden musst — maßgeblich sind aber die Bedingungen deines konkreten Vertrags. Genau diese Klausel gehört zu den Punkten, die ich vor einem Abschluss prüfe: Sie entscheidet, ob dein Vertrag mit deinem Leben mitwächst.

Hilft ein Sicherheitstraining oder eine Lizenz beim Zuschlag?

Nach meiner Erfahrung ja — Versicherer fragen nach Lizenz, Erfahrung, Wettkampfteilnahme und Sicherungspraxis, und dokumentierte Sorgfalt verbessert die Einstufung spürbar. Ein Beispiel aus meiner Beratung: Eine Bergsteigerin blieb wegen belegter Sicherungsmaßnahmen komplett zuschlagfrei. Garantieren lässt sich das nicht — es entscheidet der einzelne Versicherer.

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