Büroangestellte, 27, Kniearthrose in beiden Knien und Bergsport
Dieser Fall ist anonymisiert und wird mit Einverständnis der betroffenen Person veröffentlicht. Ein Einzelfall lässt sich nicht auf andere Konstellationen übertragen.
Ausgangslage
Eine 27-jährige Büroangestellte, in der Freizeit Bergsteigerin, wollte eine BU-Rente von 1.500 Euro im Monat absichern. Zwei Punkte hatten Gewicht: eine Kniearthrose in beiden Kniegelenken — nicht operiert, keine Operation geplant, Schmerzen nur bei Belastung — und das Hobby selbst, das Versicherer als Sonderrisiko eigens abfragen. Dazu kamen einige weitere Angaben, die sofort als unkritisch bewertet wurden, darunter eine Allergie, eine folgenlos ausgeheilte Gehirnerschütterung nach einem Unfall und eine Fehlsichtigkeit. Die Sorge: Arthrose mit 27 plus Risikosport — was bleibt da vom Versicherungsschutz übrig?
Vorgehen
Die unkritischen Angaben bewertete das Prüfprotokoll sofort mit Normalannahme. Für die beiden gewichtigen Punkte verlangte der Versicherer eigene Fragebögen — einen zum Bewegungsapparat, einen zum Bergsport. Beide wurden vollständig aufbereitet eingereicht: beim Knie der klare Status (keine OP, Beschwerden nur unter Belastung, Büroberuf ohne Kniebelastung), beim Bergsport die dokumentierte Sicherungspraxis — Helm, Seilsicherung, kein Profisport, keine Expeditionen.
Ergebnis
Annahme mit Ausschlussklausel für die Kniegelenke — kein Zuschlag, auch nicht für den Bergsport. Alles außerhalb der Knie bleibt voll versichert, über die beantragte Rente von 1.500 Euro im Monat, beim angefragten Versicherer.
Lehre
Weder eine Arthrose-Diagnose noch ein Bergsport-Hobby führen automatisch zum schlechten Ergebnis. Das Hobby blieb komplett zuschlagfrei, weil die Sicherungspraxis sauber belegt war — und aus einer Diagnose, die nach viel klingt, wurde ein klar umrissener Ausschluss statt einer Pauschalbewertung. Nach meiner Erfahrung entscheiden genau diese Details in den Fragebögen, nicht die Diagnose allein.