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Deutsches BU-FachportalBerufsunfähigkeit verstehenRisikovoranfrage

Informatiker, 34, vier Versicherer, vier verschiedene Antworten

Informatiker · 34 Jahre ·

Der Fall in Kürze

Ein Informatiker, 34, mit Herzrhythmusstörung, Trauerbewältigung nach einem Todesfall und Ju-Jutsu als Hobby erhielt bei vier Versicherern vier verschiedene Voten: Zusatzerklärungen ohne Zuschlag, einen dauerhaften Ausschluss psychischer Erkrankungen, 25 Prozent Risikozuschlag für genau das Hobby, das ein anderer Versicherer zuschlagfrei annahm, und eine manuelle Prüfung mit Deckelung der Rente auf 3.000 statt der gewünschten 3.200 Euro. Dieselbe Krankengeschichte wird von verschiedenen Gesellschaften also völlig unterschiedlich bewertet.

Dieser Fall ist anonymisiert und wird mit Einverständnis der betroffenen Person veröffentlicht. Ein Einzelfall lässt sich nicht auf andere Konstellationen übertragen.

Ausgangslage

Ein 34-jähriger Informatiker, Bürotätigkeit, wollte eine BU-Rente von 3.200 Euro im Monat absichern. Zwei Themen standen in seinen Unterlagen: eine Herzrhythmusstörung und eine Trauerbewältigung nach einem Todesfall in der Familie. Dazu kam sein Hobby, Ju-Jutsu ohne Teilnahme an Wettkämpfen, das Versicherer als Sonderrisiko eigens abfragen.

Vorgehen

Derselbe Sachverhalt wurde bei vier Gesellschaften eingereicht, jeweils über ein dokumentiertes Prüfprotokoll mit allen Gesundheitsangaben. Genau dafür ist die Risikovoranfrage da: Die Voten liegen schriftlich vor, sind 14 Tage verbindlich, und erst danach fällt die Entscheidung, wo der Antrag überhaupt gestellt wird.

Ergebnis

Vier Häuser, vier verschiedene Antworten. Versicherer A wollte zu Herz und Trauerbewältigung je eine Zusatzerklärung und bewertete das Hobby mit Normalannahme, ohne Zuschlag. Versicherer B verhängte einen Ausschluss für psychische und psychosomatische Erkrankungen über die gesamte Vertragslaufzeit; ausgenommen bleiben immerhin psychische Folgen später neu auftretender körperlicher Erkrankungen wie Schlaganfall oder Multipler Sklerose. Versicherer C verlangte 25 Prozent Zuschlag, und zwar für dasselbe Hobby, das Versicherer A zuschlagfrei akzeptiert hatte, dazu ärztliche Berichte. Versicherer D schickte den Fall in die manuelle Prüfung und deckelte zusätzlich die Rente: finanziell angemessen waren dort höchstens 3.000 Euro statt der gewünschten 3.200 Euro. Entschieden wurde am Ende der Versicherer mit dem Risikozuschlag von 25 Prozent — damit kam der Vertrag ganz ohne Ausschlussklausel zustande.

Lehre

Es gibt nicht die eine Antwort des Marktes, es gibt vier Hausmeinungen. Dasselbe Hobby kostet beim einen nichts und beim anderen ein Viertel mehr Beitrag; dieselbe Trauerreaktion führt einmal zu einer Rückfrage und einmal zum dauerhaften Psyche-Ausschluss. Wer den Antrag ohne Voranfrage stellt, nimmt zufällig die Antwort des Hauses, bei dem er gerade gelandet ist. Und der letzte Punkt zeigt die zweite Hürde: Die Wunschrente kann auch am Einkommen scheitern, nicht nur an der Gesundheit.

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