Arzt, 28, Kreuzbandriss im Knie
Dieser Fall ist anonymisiert und wird mit Einverständnis der betroffenen Person veröffentlicht. Ein Einzelfall lässt sich nicht auf andere Konstellationen übertragen.
Ausgangslage
Ein 28-jähriger Arzt — seine Tätigkeit ist etwa zur Hälfte körperlich — wollte eine BU-Rente von 3.500 Euro im Monat absichern. Die Liste seiner Angaben war lang: ein Kreuzbandriss im linken Knie (inzwischen vollständig beschwerdefrei, Behandlung abgeschlossen), ein Asthma, eine früher einmal stationär behandelte akute Bronchitis, eine folgenlos ausgeheilte Magen-Darm-Infektion und eine Blasenentzündung, ein einmaliger Tinnitus, eine Fehlsichtigkeit von vier bis sechs Dioptrien — dazu Vorsorgeuntersuchungen ohne Befund. Die Sorge: Gerade bei körperlicher Arbeit wiegt ein vorgeschädigtes Knie schwer, und die hohe Rente verschärft die Prüfung zusätzlich.
Vorgehen
Zuerst wurden alle erforderlichen Unterlagen eingeholt — ärztliche Berichte zu Knie und Bronchitis, wegen der Rentenhöhe außerdem Einkommensnachweise der letzten drei Jahre und ein ärztliches Zeugnis: eine Reihe von Untersuchungen beim Hausarzt, unter anderem Blutbild, HIV-Test und Belastungs-EKG. Ein solches Zeugnis verlangen Versicherer nach meiner Erfahrung meistens bei hohen BU-Renten über 2.500 Euro im Monat. Dann wurden die Angaben fachmännisch aufbereitet: jede Diagnose mit klarem Status — ausgeheilt, beschwerdefrei, abgeschlossen. Die Risikoprüfung lief über ein dokumentiertes Prüfprotokoll; das Votum des Versicherers ist bei diesem Verfahren für 14 Tage verbindlich.
Ergebnis
Annahme mit genau einer Ausschlussklausel: dem linken Kniegelenk. Kein Zuschlag, keine weiteren Einschränkungen — alles außer dem vorgeschädigten Knie bleibt voll versichert, über die volle beantragte Rente von 3.500 Euro im Monat, beim angefragten Versicherer.
Lehre
Ein Ausschluss ist ein Präzisionsinstrument, kein Makel: Der Versicherer nimmt das eine belegte Risiko heraus und versichert den Rest vollständig — auch bei hälftig körperlicher Arbeit und hoher Rente. Entscheidend war die Aufbereitung: vollständige Unterlagen und sauber dokumentierte Ausheilung jeder einzelnen Diagnose. Nach meiner Erfahrung entscheidet genau das darüber, ob am Ende ein eng umrissener Ausschluss steht — oder pauschale Vorsicht des Versicherers.